Frankfurter Schüler absolvieren Nähkurs an der FAG-Schule Wächtersbach

Bereits vor den Sommerferien veranstaltete die Näh-AG der Friedrich-August-Genth Schule mit ihrer Kursleiterin Martina Beringer einen Projekttag unter dem Motto „Kreativität und Einsatz im Sinne der Nachhaltigkeit. Upcycling - Ein zweites Leben für Textilien“. Dazu sind 17 Schulkinder Jahrgangsstufe 6 vom Frankfurter Goethe-Gymnasium im Rahmen der Hochbegabtenförderung zum „nachhaltigen Nähen“ nach Wächtersbach gekommen, begleitet von den Lehrkräften Julia Bopp und Dr. Felix Steiner. Es war bereits die vierte Veranstaltung dieser Art zwischen den beiden Schulen.

Seit dem Jahr 2010 bietet das Goethe-Gymnasium ausgewählten und hochbegabten Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 5-10 die Möglichkeit, an einem sogenannten „Pull-Out-Projekt“ teilzunehmen. Die Teilnahme fördert Jugendliche beider Schulen in der Entwicklung und im Aufbau von Fachkompetenzen. Kreativität, Leistungswille und Teamfähigkeit werden gestärkt. Der Wächtersbacher Nähkurs ist dazu der ideale Partner.

Zum Einstieg am Projekttag erläutert Martina Beringer mit Unterstützung ihrer Wächtersbacher Nähschülerinnen Pauline Geipel, Leonie Bleek, Sophia Geissler, Imke Oelmann, Sara Muthig und Aiyana Porter den Gastschülern, warum sie sich in ihrem Kurs mit der Wiederverwertung von gebrauchten Textilen beschäftigen und ihnen ein neues Gesicht gäben.

Das Konzept „Aus alt mach neu“ zur Schonung der Ressourcen kommt gut an. Das „zweite Leben“ der Textilien schont nicht nur die Umwelt und spart Geld, sondern kann auch noch stylisch sein, wie die Nähaktivistinnen mit ihren eigenen „Upcycling“-Outfits bewiesen.

Als Praxisbeispiel führten die FAG-Schülerinnen vor, wie man aus einem ehemaligen Lieblingsherrenhemd mit durchgescheuertem Kragen und Manschetten einen Kissenbezug machen kann. Die Schülerinnen aus Frankfurt starteten mit großem Eifer an ihren eigenen Kreationen und griffen beherzt zu Stoff und Schere. Die Teilnehmer arbeiteten hochkonzentriert und lernten die gängigen Nähregeln, den Umgang mit der Nähmaschine, Kniffe und Tricks für konstruktives Nähen, Zuschnitt, Verarbeitung von ungewöhnlichen Materialien - und vor allem „Geduld“. Im weiteren Verlauf des Projekttags wurden die gefertigten Kissenbezüge mit wertvollen Rohstoffen wie Leder, Puzzelteile, Fahrradschläuche und Stoffblumen mit einem Knopf weiter aufgepeppt.

Martina Beringer wies darauf hin, dass der Zeitaufwand bei der Verwendung getragener Textilien wesentlich größer sei als die Verwendung von Stoffen aus Meterware. Die Mühe lohne sich aber, die daraus hergestellten Unikate sind exklusiv und könnten mit einem guten Gewissen getragen werden.

Am Ende des Projekttages waren alle Beteiligten mit dem Ergebnis sehr zufrieden und freuten sich über die geschaffenen Kunstwerke. Es konnten wieder einige neue Kontakte geknüpft werden.