Das Lernen lernen: 

Methodentrainingstage an der Friedrich-August-Genth-Schule

Wie lerne ich richtig? Welche Methoden helfen mir, Lerninhalte zu erarbeiten, eigene Lernstrategien zu entwickeln und dann erfolgreich anzuwenden?

Diesen Fragen gingen Lernende der Jahrgangsstufen 5, 7 und 9 während der Methodentrainingstage an der Friedrich-August-Genth-Schule gemeinsam mit ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern intensiv nach.

Für die Jahrgangsstufen 5 beinhaltete das Methodentraining die Organisation einer effektiven Gruppenarbeit, das Kennenlernen und Anwenden einer Lesestrategie zur Erschließung von langen Sachtexten und das Lernen mit möglichst vielen Sinnen im Rahmen eines Stationstrainings.

Vor allem das Stationstraining, das die unterschiedlichen Lernkanäle berücksichtigt, bewerteten die Schüler in ihren Reflexionen als sehr gut, weil „wir sehr viele verschiedene Sachen machten, spielerisch gelernt haben und es selbstständig war “.

Absoluter Favorit dabei war die Bastelstation „Pinguine“. Das „selber Ausprobieren und Tun“ bereitet den Kindern nicht nur viel Freude, zugleich ist entwicklungspsychologisch erwiesen, dass so 90% des Stoffes behalten werden kann.

Schwieriger empfanden die Schüler das Strukturieren langer Sachtexte mit Schlüsselwörtern. Da es sich dabei aber um eine notwendige Basiskompetenz handelt, helfen die Rückmeldungen der Schüler, eine Verbesserung für den nächsten Durchgang anzustreben.

Für die jüngsten Mitglieder der Schulgemeinde bot das Methodentraining und die Gruppenarbeit zudem die Möglichkeit, sich und ihre Klassenleitungen noch besser kennenzulernen.

In den siebten Klassen lag der Schwerpunkt der Trainingstage auf kooperativen Lern- und Arbeitsformen. Die Schüler wurden durch das praktische Experiment des „Eierfluges“ für problemlösendes Lernen sensibilisiert. In den Schülerevaluationen wurde durchgängig „das Eierexperiment“ sehr positiv bewertet, da man hier „seiner Phantasie freien Lauf lassen konnte, jeder eine Idee hatte und es Teamarbeit war“. Die entwickelten Flugobjekte zeigten dann auch die unterschiedlichsten Möglichkeiten auf und wurden natürlich in einer „Hop- oder-Top-Phase“ erprobt.

Am zweiten Trainingstag wurde mit Hilfe der Methode „Gruppenpuzzle“ ein visualisierter Vortrag erarbeitet und präsentiert. Das Training endete am dritten Tag mit der Gestaltung einer Power-Point-Präsentation zu verschiedenen Themen, dem Erstellen eines Handzettels und dem Einblick in das Erstellen eines Handouts. Die freie Recherche bot einen Einstieg in einen sinnvollen Umgang mit Suchmaschinen im Internet und der Informationsbeschaffung mit Quellenangaben. Hinsicht der Erstellung der Powerpoint-Präsentationen konnte ideal an die Vorkenntnisse der Schüler, die bereits in der fünften Klasse erfolgreich den „informationstechnischen Grundbildungskurs“ an der FAG absolviert hatten, angeknüpft werden.

 

Vor dem Hintergrund des vorgegebenen Rahmenthemas „Berufs- und Studienorientierung“ wurde für die Klassen 9 nach dem positiven Schülerfeedback des letzten Jahres das Konzept in einem zweiten Durchgang innerhalb des Methodentrainings erneut umgesetzt. Leitthema für die drei Tage war: Was kommt nach der Zeit an der Friedrich-August-Genth-Schule? Ausbildung, Studium oder Beruf?

Am ersten Tag lernten die Schüler das sogenannte Assessment-Verfahren kennen, ein Auswahlverfahren, das Unternehmen nutzen, um den geeignetsten Bewerber für die zu besetzende Stelle auszuwählen.

Dem Aufbau eines solchen Verfahrend folgend, lernten die Schüler mit Hilfe des eingeführten Berufswahlpasses ihre persönlichen Stärken und Schwächen kennen. Ganz praktisch wurden dann ermittelte Stärken, wie etwa die Fähigkeit, eine Strategie für Problemlösungen zu entwickeln, dann in der Marshmallow-Challenge erprobt. Diese Konstruktionsaufgabe wurde positiv bewertet, weil „man bei dieser Aufgabe seine Stärken zeigen konnte und mit anderen zusammenarbeiten musste“. Darüber hinaus recherchierten und bearbeiteten die Schüler konkrete Tipps zu einem Bewerbungsgespräch.

Der Schwerpunkt des zweiten Tages lag in der Recherche zu unterschiedlichen Themen wie Ausbildung, Studium, ein Auslandsjahr usw. Sinnvolles Material wurde gesichtet, gesammelt, geordnet und strukturiert, um zuletzt in eine formale Gliederung zu münden. Die anschließenden Vorträge bereiteten inhaltlich den dritten Tag vor.

Ergänzt durch Pro- und Kontra-Argumente zur Frage „Ausbildung oder Studium“ bzw. „Ausbildung oder weiterführende Schule“ diskutierten die Schüler im Rahmen einer als TV- Show angelegten Debatte überzeugend ihre Argumente. 

„Die Übung der Debatte hat mir besonders gut gefallen, da man Neues über die Zukunft erfahren konnte und man besser zu argumentieren gelernt hat“, urteilte ein Schüler der Jahrgangsstufe 9.

Die an der FAG für das Methodentraining zuständige Oberstudienrätin Tanja Relecker ist zufrieden, dass das Thema „Berufswahl und Zukunftsmöglichkeiten“ von den Schülern als persönlich wichtig und die Umsetzung von der Mehrheit der Schülerschaft positiv bewertet wurden. Hier erscheint ihr die Verzahnung der Anforderungen der Schul- und Berufsorientierung sowie dem Methodentraining sehr sinnvoll.

Die Schüler- und Lehrerevaluation wird auch in den kommenden Jahren dabei helfen, das Methodentraining weiter zu optimieren.