Beiträge

Nähen verbindet: Herzkissen mit großer Wirkung

Unter dem bekannten Motto „Gutes tun“ arbeitet der Nähkurs der Friedrich-August-Genth-Schule auch im sechsten Jahr seines Bestehens weiter an neuen Projekten. Das neueste Projekt trägt den Namen „Herzkissen für Brustkrebspatientinnen“.

Die Idee der Herzkissen kommt ursprünglich aus den USA, gelangte über Dänemark nach Europa und erreichte schließlich die Metropolen in Deutschland. Mit dem Motto „Wächtersbach NÄHT“ trägt auch die Wächtersbacher Schule ihren Teil zu diesem weltweiten Projekt bei: Nach einer Brustkrebsoperation kann das Herzkissen mit seiner speziellen Form genau in den Bereich unter den Achseln zwischengelegt werden und lindert Schmerzen, die in Folge der Operation durch Lymphknotenschwellungen oder Reibung im Achselbereich und/oder Wundheilung entstehen. Sie erleichtern ein Liegen auf der Seite und bieten Schutz bei plötzlichen Bewegungen oder Stößen, wie sie beim Husten oder im Straßenverkehr auftreten können. Autofahrerinnen können es unter dem Gurt tragen.

Die Bühne für den Herzkissen-Näh-Aktionstag der Wächtersbacher Schülerinnen bot der Neudorfer Weidenhof mit dem Kelterfest am 23.10.2016. Mit viel Engagement, Freude und Herzblut nähten die Schülerinnen Pauline Geipel, Sophia Geissler, Lara Jung, Imke Oelmann, Sabina Opfer, Annika Prinz, Leonie Laubach, Jasmin Müller mit Ihrer Kursleiterin Martina Beringer mehr als 100 Herzkissen und zusätzlich 25 Bezüge für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind. Die Kissen sind nicht käuflich erwerbbar, sondern werden an Selbsthilfegruppen im Main-Kinzig-Kreis verschenkt und von dort an die betroffenen Frauen weitergeben. Sieben solcher Kissen bekommen Betroffene direkt vorort von den Mädchen geschenkt.

Neben dem eigentlichen Kissen, erhalten alle betroffenen Frauen eine persönliche Botschaft, die die Schülerinnen im Vorfeld der Veranstaltung verfasst haben.

Ganz im Sinne der Einladung zu dieser tollen Aktion auf dem Weidenhof kommen etliche Freiwillige und bieten Ihre Hilfe an. Einige Frauen bringen sogar ihre eigene Nähmaschine mit. Jeder ist eingeladen bei der Herzkissen-Aktion mitmachen, selbst wenn man nicht nähen kann. „Wer nicht näht, der kann zuschneiden oder stopfen“, ermutigt die Organisatorin Martina Beringer. „Das Nähen dieser Herzkissen verbindet: So wie bei der Entstehung der Kissen zwei zugeschnittene Stoffhälften verbunden werden, so verbindet die Aktion die Menschen miteinander. Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen an die Nähmaschine, zu bringen und zugleich für den Solidaritätsgedanken zu sensibilisieren.“

Zufrieden stellt Martina Beringer am Ende des Tages fest, dass die Veranstaltung ein großer Erfolg wurde: „Die Aktion ist uns im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzensangelegenheit … wir riefen, die Menschen aus Wächtersbach und der Umgebung kamen … und nähten. Jung und Alt, Mann und Frau, Profis und Anfänger, mit und ohne Migrationshintergrund – Seite an Seite und ganz bei der Sache.“

Besonderen Dank gilt dem Betreiber-Ehepaar des Weidenhofs Claudia und Achim Müller, die nicht nur die Location zur Verfügung gestellt, die Kinder mit Essen und Getränken versorgt und auch noch die Stoffe für die Herzkissen gespendet hatten. Großen Dank gilt auch der Rosen-Apotheke und der Hof-Apotheke Wächtersbach für die entsprechenden Werbeflächen im Schaufenster, dem Schulleiter Herrn Gerhard Gleis und dem Magistratsmitglied Herrn Werner Jung in Vertretung von Herrn Bürgermeister Andreas Weiher für die Unterstützung. Beide ließen es sich nicht nehmen, den Stand auf dem Weidenhof zu besuchen und waren sehr erfreut, wie kreative Nähtalente mit den Nähmaschinen umgehen und dabei gleichzeitig etwas Gutes tun.