Die Schulkonferenz

10 h und 10 k in Weimar

Nach sechs gemeinsamen Jahren auf der Friedrich-August-Genth-Schule in Wächtersbach sind die Klassen 10H mit Klassenlehrer und Schulleiter Gerhard Gleis und 10 K mit Klassenlehrerin Martina Walter und Referendarin Nina Rieth zu einer dreitägigen Studienfahrt am 25.05.2018 in die Kunst- und Kulturstadt Weimar aufgebrochen und haben dort gemeinsam viel gelernt und erlebt.

Die Studienfahrt begann schon einige Wochen vorher, da wir uns bereits im Unterricht mit der Stadt Weimar beschäftigt haben. In Musik haben wir schon einiges über die Komponisten und Pianisten Franz Liszt und Richard Wagner, die einige Jahre in Weimar gelebt haben, erfahren. In Geschichte haben wir das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald in der Nähe von Weimar behandelt, den Film „Der gelbe Stern“ gesehen und einiges über Buchenwalds Rolle in der Judenverfolgung erfahren. Über das Haus der Weimarer Republik haben wir außerdem gesprochen, was man in Weimar besichtigen kann.

Als wir uns dann endlich um 8:50 Uhr in Wächtersbach am Bahnhof trafen, waren viele schon aufgeregt und freuten sich aus das kommende Wochenende. In Salmünster und Steinau stiegen die anderen Schüler zu. Nach ca. drei Stunden Zugfahrt kamen wir entspannt und gut gelaunt in Weimar an. Unsere Jugendherberge erreichten wir nach einem kurzen Fußweg und ab 12.30 Uhr hatten wir Zeit unsere Zimmer zu beziehen.

Um 16 Uhr stand dann der erste Programmpunkt an. Eine Stadtführung durch Weimar. Dazu teilten wir die zwei Klassen in drei Gruppen auf und besichtigten unter anderem das Goethe-Schiller-Denkmal, das Schiller-Grab und eine nahegelegene Kirche. Außerdem erfuhren wir einiges über das „Viergestirn“ Goethe, Wieland, Herder und Schiller, die einige Zeit in Weimar lebten und dort auch gemeinsam wirkten. Gerade Goethe wurde durch großzügige Geschenke des Weimarer Adels an die Stadt gebunden und machte durch seine Anwesenheit die Stadt für andere Gelehrte und Künstler attraktiv. Goethe und Schiller stehen in einer elfjährigen gemeinsamen Schaffensperiode für die Epoche der Weimarer Klassik

Nach der interessanten und informativen Stadtführung hatten wir bis 22 Uhr Zeit uns in Weimar frei zu bewegen und konnten zum Beispiel in verschiedenen Parks, Restaurants oder zentral gelegenen Plätzen den Abend ausklingen zu lassen.

Am nächsten Tag stand der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald mit einem kurzen Film und einer Führung an. Mit dem Bus erreichten wir um kurz nach 12 das nahegelegene ehemalige Konzentrationslager und hatten die Möglichkeit das Buchenwald-Museum zu besuchen und auf uns das Gelände wirken zu lassen. Wir erfuhren viele Daten und bekamen einen Einblick in das Leben und das Leiden der Gefangenen. Deutlich wurde aber auch, dass die oft geäußerte Meinung, die Weimarer hätten keine Kenntnis von dem, was sich im Lager Buchenwald zugetragen habe, nicht richtig sein konnte. Alleine die Beleuchtung des Lagers habe man von der Stadt aus sehen müssen. Auch den Gestank aus den Öfen, in denen verstorbene oder ermordete Häftlinge verbrannt wurden,  habe man in der Stadt riechen müssen. Den Menschen in Weimar sei schon bewusst gewesen, dass Gartenfrüchte oder Gemüse wegen des Ascheregens ungewaschen nicht verbraucht werden dürfe. Uns wurde klar, dass wir Verantwortung für Unrecht zu übernehmen haben und uns nicht herausreden dürfen, wenn Unrecht geschieht. Jeder könne und müsse sich engagieren, wenn Schlimmes passiere oder sich dies andeute.

Nach der Führung hatten wir Zeit zum Verarbeiten.

Am Sonntag stand kein weiterer Programmpunkt an und wir erreichten Wächtersbach gegen 14 Uhr mit der Bahn.

Es war ein sehr schönes und aufrüttelndes Wochenende, da die Mischung von Programm und Freizeit gut gepasst hat und wir in unserer letzten gemeinsamen Fahrt schon unseren Abschluss ein wenig vorwegnehmen konnten. Außerdem war es schön Gelerntes aus dem Unterricht mit eigenen Augen noch einmal zu sehen und zu verinnerlichen.

 

Den Bericht hat Robin Pfahls aus der Klasse 10 h verfasst.